Wer nicht dabei war, hat was verpasst!

Bericht über unsere Südpolen-Reise 2011

Ein Reisebericht von Jochem Fornoff

Gruppenfoto Südpolenreise

Unsere Reisegruppe

Am frühen Morgen des 1. Septembers 2011 bestiegen 32 frohgelaunte Teilnehmer den Bus, der uns am späten Nachmittag die Stadt Breslau erreichen ließ, wo wir im Hotel “Haston City” untergebracht waren.

Der 2.Tag stand ganz im Zeichen einer Stadtführung, während der wir die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigten. Nach Venedig und St. Petersburg folgt Breslau als Stadt mit der drittgrößten Zahl von Brücken in Europa.

Leider konnten wir die 1913 von Max Berg entworfene Jahrhunderthalle mit der damals größten frei schwebenden Kuppel der Welt nur von außen bewundern, denn ein Zutritt war an diesem Tag nicht möglich. Ein anschließender Bummel über den Breslauer Marktplatz ließ erkennen, mit wieviel Sorgfalt und Liebe die umliegenden Häuser restauriert wurden. Abschließend besuchten wir die Breslauer Universität (Collegium Maximum) mit ihrem wuchtigen Barockportal. Nach einem Rundgang durch den prachtvollen Musiksaal (Oratorium Marianum) stiegen wir auf den “Mathematischen Turm”, von dessen Dach aus wir einen grandiosen Rundblick über die gesamte Stadt Breslau genießen konnten. Nach der Stadtführung konnte jeder den restlichen Tag nach eigenem Geschmack gestalten.

Am 3.Tag fuhren wir weiter in Richtung Krakau. Unterwegs legten wir einen Zwischenstopp in Tschenstochau ein, denn der Klosterkomplex Jasna Gora zählt zu den wichtigsten Kultstätten der christlichen Welt, zu der heute jährlich bis zu 5 Millionen Pilger kommen. Hauptanziehungspunkt war hier natürlich das in der Marienkapelle verehrte Gnadenbild der “Schwarzen Madonna”, eine Ikone aus dem 14. Jhdt., das die Muttergottes mit dem Jesuskind, dem zahlreiche Wundertaten zugeschrieben werden, zeigt. Nach einer sehr informativen Führung durch eine Nonne erfolgte am späten Nachmittag unsere Weiterfahrt in die Königsstadt Krakau.

Der 4.Tag war komplett ausgefüllt durch die ganztätige Besichtigung der Stadt Krakau, der alten Hauptstadt Polens. Die Altstadt zählt seit 1978 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Im Stadtzentrum herrschte um den Marktplatz mit der angrenzenden Marienkirche ein emsiges Treiben, was am Abend eher noch zunahm, wie wir bei unserem abendlichen Spaziergang durch die Altstadt beobachten konnten.

Ein besonderer Anziehungspunkt war natürlich der Wawel, die ehemalige Residenz der polnischen Könige. Der Wawelhügel ist eine Anhöhe am Rande der Altstadt. Hier haben viele polnische Könige ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Die Stadt Krakau ist wohl die schönste polnische Stadt überhaupt. Hier hat der Krieg keine Spuren hinterlassen, so dass viele Gebäude in ihrer ursprünglichen Form vollständig erhalten sind.

Am 5.Tag fuhren wir von Krakau aus eine kurze Strecke ins Karpatenvorland zur Salzgrube Wieliczka. Auch dieses Salzbergwerk (nicht mehr in Betrieb) gehört zum Weltkulturerbe. Eine 3,5 km langen unterirdischen Besichtigungstour (bis in eine Tiefe von ca. 135 m) führte durch die faszinierende Welt des Salzes voller Korridore und Kammern mit märchenhaften, in Salz gehauenen Bildwerken. In über 100 m Tiefe gibt es sogar eine eindrucksvolle Kapelle zu Ehren der Hl. Kunigunde. Die Wände und Ausstattungen dieser unterirdischen Kapelle sind meisterhaft mit Salzbildwerken geschmückt. Nach über zwei Stunden erreichten wir per Lift wieder die Erdoberfläche.

Am 6.Tag nahmen wir Abschied von Krakau und fuhren zunächst nach Debno, wo wir uns die alte Holzkirche anschauten.

Danach stand ein außergewöhnliches Erlebnis auf dem Programm: eine Floßfahrt auf dem Fluss Dunajec. Über zwei Stunde dauerte die genussvolle Fahrt durch eine der atemberaubendsten und schönsten Naturlandschaften Europas. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir die grandiose Landschaft mit den hohen Felswänden am Ufer und den schmalen Floßdurchfahrten bewundern.

Am Endpunkt der Floßfahrt spendierte unser Verein allen Teilnehmern einen Imbiss, was die prächtige Stimmung in der gesamten Reisegruppe natürlich noch mehr steigerte.

Danach ging es weiter in die polnische Winterhauptstadt Zakopane, wo alljährlich das Weltcup-Skispringen stattfindet. Zakopane ist eine ganz bezaubernde Stadt, deren Bild von vielen Holzhäusern geprägt ist.

Der 7.Tag begann mit einer kleinen Rundfahrt durch die Stadt Zakopane, bevor es hinaus ging in die freie Natur zu einer wunderschönen Wanderung durch das malerische Tal Dolina Koscieliska. Wer wollte, konnte sich am Bachufer ausruhen, um dann seinen Weg fortzusetzen bis zur Hütte Ornak, die am Rande eines Tierreservates liegt.

Natürlich gehörte eine zünftige Mittagsrast an der Hütte zum Programm, bevor es dann gemächlich wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückging.

Am 8.Tag hieß es langsam Abschied nehmen vom Gebiet der Hohen Tatra. Die recht lange Fahrt durch das Riesengebirge wurde in Schweidnitz unterbrochen, denn die dortige bekannte Friedenskirche konnte besichtigt werden. Diese Kirche ist der evangelischen Minderheit in diesem Gebiet gewidmet und bietet Platz für rund 7000 Besuchern. Anschließend ging es weiter nach Jelenia Gora (Hirschberg).

Der 9.Tag bedeutete das Ende unserer eindrucksvollen Rundreise durch den Süden Polens, denn wir kehrten am Abend wohlbehalten wieder nach Darmstadt zurück.

Werner Bach hat eine wunderschöne Bilderserie zu dieser Reise ins Internet gestellt. Diese kann man einsehen, wenn man als Internet-Adresse:  http://www.ltg.bachw.de eingibt! Unter dem Punkt “LTG-Reisen” findet man diese Bilder.